Ferdinand in Finnland
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Arschlochalarm

Es ist einer meiner letzten Samstage in Berlin, an dem ich mir aber einen Wecker stellen musste: weil ich am Freitag abend noch mit ein paar Freunden bei einer Pizza zusammensaß und mich auch dannach noch nicht sofort schlafen gegangen bin, fürchte ich, dass ich einen Termin um 11 Uhr verschlafen könnte. Eigentlich könnte mir das Treffen gestohlen bleiben, gehe ich doch mehr aus praktischen Überlegungen dorthin, als weil mich die Einrichtung überzeugen würde - im Gegeteil. Die Deutsche Bank (Ackermann-Arroganz und über 25% Eigenkapitalrendite im Jahr 2005) bietet ihren Kunden an, in den USA kostenfrei Geld abzuheben und den Tagesgeldkurs zur Umrechnung zu verwenden. Wohl die günstigste Möglichkeit in den USA an europäisches Geld zu kommen - auch wenn das ein Pakt mit dem Teufel ist.



Der Ackermann

Trotz des Weckers verschlafe ich aber, komme zu spät. Als ich eine halbe Stunde zu spät in der im Herbst neu eröffneten "Filiale der Zukunft" an der Friedrichstraße ankomme, kehre ich sicherheitshalber schon einmal die Aroganz des Kunden hervor; mein Fahrrad bleibt direkt neben dem Eingang stehen, was dem Türsteher schon einmal gar nicht gut gefällt. Der Empfangsdame, die mich direkt hinter den Glasschiebetüren mit einem eingefrorenen Lächeln und den Worten "Guten Tag" begrüßt - für mich sind das noch die grauen Morgenstunden -, gebe ich nur knapp zu vertehen, dass ich einen Termin habe.

Die Angestellten laufen alle im einheitlichen Kostüm oder Anzug herum, mit dem Logo der Deutschen Bank auf der Krawatte und dem Revers aufgestickt. Es gibt viele von ihnen, viel mehr, als ich Kunden sehe. Aber es ist ja auch noch früher Morgen und es werden wohl auch nicht alle damit rechnen, dass eine Bank am Samstag geöffnet ist. Alleine zwei Angestellte stehen zur Beratung im Eingangsbereich bereit, wo sich ganz unauffällig ein paar Geldautomaten an eine Wand ducken. Denen gegenüber stehen zwei Strandliegestühle und ein Sonnenschirm, auf einem kleinen Tischchen dabei ein billiger Roman und ein Badetuch.

Auch weiter drinnen im so genannten Q110, dem Quartier 110, wird alles getan, um den Eindruck einer Bankfiliale zu vermeiden. Nach den Automaten folgt ein kleiner Verkaufsstand, der Regenschirme, Zeitschriften, Wecker und sonst noch ein paar Dinge anbietet, die der Filialchef als "Reiseaccessoirs" versteht. Dahinter folgt ein großer Raum mit hellem Parkettboden, sonst aber vor allem durch ein paar Schiffsmodelle, Flachbildschirme, tischhohe Holzwürfel auf denen Prospekte ausliegen und Regale mit Metalldosen eingerichtet ist. Nur unauffällig stehen an der Seite ein paar Schalterähnliche Stehpulte und ihnen gegenüber, ein paar Stufen erhoht, gläserne Beratungsräume.

Mein persönlicher Berater sieht so aus, als hätte er gerade seine Ausbildung beendet: höchstens 22 Jahre alt, der Bart spriest noch nicht so richtig, die Haut zeigt als Spätfolge der Pupertät noch ein paar Pickelchen. Informiert über meinen Wunsch ein Privatkonto zu eröffnen, führt er mich zu einem der Regale mit den Metalldosen, schlägt mir eine vor und liest deren Strichkode an einem der Flachbildschirme ein. Daraufhin spielt dieser mir 30 Sekunden lang einen Film vor, der die "wichtigsten Features" des mir empfohlenen Kontos vorstellt. Im Anschluss druckt der Bildschirm einen Gutschein aus, mit dem ich die Dose, und damit das Konto, zum halben Preis eröffnen kann. Dafür muss ich nur meinen Namen und meine Adresse angeben.

Als ich mich mit dem Kontovorschlag einverstanden erkläre, führt mich der Berater in ein Café am Ende des Hauptraumes, das sie hier "Lounge" nennen. Er bestellt mir auf Kosten des Hauses einen Milchkaffee und geht mit mir in offensichtlich auswendig gelernten Phrasen, die Anmeldeprozedur für das Konto durch. Ins Schwitzen kommt er dann, als ich ihn nach meinem Lieblingsfinanzprojekt frage: Staatsanleihen von Entwicklungsländern, um deren Bonität zu erhöhen. Das hat er nicht auswendig gelernt, dafür aber seine Werbesprüche über einen Nachhaltigkeitsfonds, den er mir stattdessen andrehen will. Ich lehne ab und gehe.

An einem der folgenden Tage erkennt man an dem Fahrrad, das an die Schaufensterscheibe gelehnt ist, dass ich wieder in der Bankfiliale bin, die keine sein will. Ich will die weiteren Gutscheine, die ich mir bei der Kontoeröffnung erworben habe, in der "Lounge" bei einem Frühstück verprassen. Da läuft mir der junge Angestellte über den Weg, der in den letzten Tagen offenbar wieder etwas auswendig lernen musste, denn er begrüßt mich mit meinem Namen. Wenn ich Fragen habe, solle ich mich ruhig an ihn wenden.

Ich habe keine Fragen, setze mich stattdessen ins Café, frühstücke auf Kosten der Bank und lese mir einen Text durch, den ich mir aus der taz ausgedruckt habe. Betitelt ist er "Arschlochalarm" und beschreibt, wie die Friedrichstraße zum Symbol der Berliner Republik wurde.
18.2.06 06:18


Frische Eindrücke

Auf den ersten Blick, und mehr kann ich bisher noch nicht berichten, ist New York tats?chlich genau so, wie ich sie mir vorgestellt hatte - zumindest sofern ich mir ?berhaupt etwas vorgestellt habe. Angefangen hat das schon unmittelbar nach der Landung auf dem Newark Flughafen, als ich an die Passkontrolle kam. Ein schwarzer Angestellter ordnete die vielen Passagiere in die Schlangen ein, indem er laut und anfeuernd rief, die Leute antrieb, hinter ihm herzukommen. Dabei war er keineswegs unfreundlich, sondern einfach nur sehr bestimmt - und eben laut. Auch der "Cop", der die Passkontrolle vornahm, erschien mir typisch. In seiner blauen Uniform und mit einer goldfarbenen Polizeimarke an der Brust, dem milit?risch kurzen Haarschnitt und selbst wie er aus seinem Kontrollh?uschen ging, um einen offenbar bekannten Soldaten verabschiedete, wie er ihm auf die Schulter und den R?cken klopfte.

Aber so amerikanisiert sind l?ngst nicht alle hier und nicht umsonst wird New York als Schmelztiegel der Kulturen bezeichnet: die Frau, die aussah als w?rde sie als Putzfrau im Flughafen arbeiten, konnte mir auf Englisch nicht antworten, als ich sie nach dem richtigen Bus fragte. Der Bus fuhr gut eine halbe Stunde, bis er im Verkehrschaos von Manhatten ankam. Auf den Autobahnen waren die LKWs unterwegs, die ich sonst nur aus amerikanischen Filmen kenne, auch die Form der Autos ist irgendwie amerikanisch. Doch dann standen am Rand der Autobahn wieder Schilder, die nicht nur auf Englisch, sondern auch Spanisch und Chinesisch f?r ihre Produkte warben.

An der Grand Central Station, einer Art Hauptbahnhof von Manhattan, liefen dann wieder - typisch amerikanisch - sehr viele Leute mit ihren iPod-Kopfh?rern in den Ohren herum. Auf jedem U-Bahnwagen ist eine US Fahne aufgeklebt, die Wagen ratteln ?ber die ausgefahrenen Schienen, zwischen denen Wasser aus dem Tunnel abflie?t. Als ich in die Bahn umsteige, die nach Queens f?hrt, dem Stadtteil, in dem ich wohne, wirbt auf einmal jede zweite Werbung f?r Englischkurse und Leute mit Turban sitzen neben solchen mit asiatischen Gesichtsz?gen, Hautfarben gibt es in nahezu allen Schattierungen.

Auf dem Weg von der U-Bahnstation zu dem Haus, in dem ich wohne, komme ich an einem chinesischen Schnellimbiss vorbei, einem persischen Juwelierladen, einem portugiesischen Lebensmittelladen, einem russischen Laden f?r billige Elektronikger?te und einer Apotheke, die sich auch in kyrilischer Schrift als solche ausweist. Die vielen anderen Gesch?fte habe ich noch nicht identifizieren k?nnen, aber es wird wohl noch einige Nationen hier geben.

Beim ersten Einkauf stelle ich fest, dass ich Sirup aus Kroatien, Seife aus Brasilien, K?se aus Frankreich, M?sli nach schweizer Rezept und Bagels (amerikanisch) von der Aladdin-B?ckerei aus Brooklyn, die einen Eigent?mer mit arabischem Namen hat, gekauft habe. Die "Pretzls", vor Fett gl?nzende, sehr eckig geratene, fritierte Geb?ckst?cke, die mit Salz bestreut, oder mit Butter bestrichen, mit Tunfisch oder Schokoladenso?e angeboten werden habe ich mir verkneifen k?nnen, obwohl das Angebot lautete auf "Buy 3 get 1 for free"! Trotzdem waren die f?nf Produkte in sechs Plastikt?ten eingepackt, weil ich mich nicht rechtzeitig dagegen gewehrt habe. Ich wundere mich nur, wie das ?berhaupt funktioniert!



Sagt Alles...

An den Stra?en h?ufen sich derzeit noch ein paar schmutzigwei?e Schneeberge, die von dem Rekordschneefall von letzter Woche ?briggeblieben sind. Um die Verkehrssicherheit zu gew?hrleisten, liegen an den Fu?g?nger?berwegen noch grobk?rnige Salzkristalle herum, so dick, dass sie unter den Schuhsohlen knirschen. Aber die eigentliche Gefahr sind die Autofahrer, wie ich beim ?berqueren einer gr?nen Fu?g?ngerampel feststelle. Aus seinem offenen Fenster ruft mir der Fahrer eines gro?en Autos zu: "Walk faster you fucking idiot".

?ber der Passkontrolle am Flughafen hing ein gro?es Schild: "Welcome to the USA!"
18.2.06 06:24


Abwechslungsreiche Tage

Es gibt wohl kaum eine Stadt, in der eine Reise durch die Schichtungen der deutschen Gesellschaft so schnell möglich ist, wie in Berlin. Und vermutlich wird das auch die Stadt sein, in der völlig verschiedene Dinge nahe beieinander liegen. Abzulesen ist beides daran, was mir an meinem letzten Samstag in der Bundeshauptstadt alles passiert ist.

Am Abend zuvor schlagzeilten die Medien, Bruder Johannes sei verstorben. Deutschland müsse von nun an ohne den längstjährigen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und ohne den Prediger im Bundespräsidialamt auskommen. Und in der Filiale Q110 der Deutschen Bank wurde ein Termin für eine Kontoeröffnung vereinbart, was den Medien erst gar nicht bekannt gegeben wurde. So radele ich also durch den klaren Sonnenschein des polnischen Winterhochs am Morgen in das Q110, die Bankfiliale, die keine sein will. Messingbeschlagen und mit Parkettfußboden versehen lockt sie in dem Teil der Friedrichstraße Kunden an, der mit den meisten Edelgeschäften versehen ist: Dessignergeschäfte, Edelautos und feine Hotels reihen sich hier aneinander.

Als das Konto eröffnet ist, nehme ich das Fahrrad von der Fensterscheibe, an die es gelehnt war, und schlängele mich durch den aufkommenden Samstagsverkehr der Hauptstadt. Vorbei an dem im intensiven Gelb der tiefstehenden Wintersonne thronenden Brandenburger Tor und dem in ebendiesem Licht glänzenden Reichstag, geht es flott auf die golden glitzernde Standarte der Siegessäule zu. Durch die kahlen Bäume des Tiergartens rückt sie näher und näher, um dann links liegen gelassen zu werden, als ich sie fast erreicht habe. Stattdessen steuere ich ein weiteres Kleinod der hohen deutschen Politik an, das Schloss Bellevue, den Amtssitz von Hotte Köhler.



In der Sonne davor stehen ein paar unmotivierte Polizisten und versuchen, sich von den schwachen Strahlen so gut wärmen zu lassen, wie möglich. Sie weisen den Besuchern den Weg vorbei an den halbbemasteten Flaggen von Europa und Deutschland zu einer Warteschlange für das Kondolenzbuch. Etwa eine zwanzig Minuten habe ich Zeit, mir zu überlegen, was ich Rau denn als letztes mit auf den Weg geben möchte, unterbrochen nur von einem kleinen Familienstreit hinter mir. Während der Mann steif und fest behauptet, er könne doch auch die grüne Krawatte zu dem Jackett tragen und die schwarzen Schuhe, widersprechen ihm Frau und Tochter auf das heftigste. Zwar ist er im Moment ansehnlich gekleidet, aber offenbar nicht ausreichend für seine weibliche Begleitung, die ihn noch in ein Kleidergeschäft schicken möchte. Als ich aber an der Reihe bin, mit dem schwarzen Filzstift in das in schwarzes Leder gebundene Buch zu schreiben, fällt mir kein einziges Wort ein. Rau lächelt mir von einem schwarzbeflorten Bild entgegen, ermuntert mich, aber letztendlich lasse ich den Stift einfach auf der Tischplatte liegen.

Weiter geht es mit dem Fahrrad, eigentlich wollte ich etwas Wald sehen heute. Den Ku'damm entlang, hinaus in den Grunewald. Die dünnen Fahrradreifen wackeln über die eisigen, von Spuren durchfurchten Waldwege und ich erklimme einen inzwischen überwachsenen Schutthaufen aus den 50er Jahren. Gekrönt wird der Berg, auf dem früher ein Skilift betrieben wurde, von einer Abhöranlage der USA, die früher von hier weit in den Ostblock hineinhörten. Heute stehen die riesigen weißen Bälle, unter denen sich die Radaranlagen befanden, von Grafitti verziert in der Wintersonne. Die Fensterlöcher des dazugehörigen Kontrollzentrums werden von den zackigen Glasscherben, die noch im Rahmen stecken, zu gräßlichen, dunklen Mäulern mit scharfen Zähnen. Auf dem Weg vom Berg wieder hinab kommt mir über den vereisten Schnee eine Gruppe Bergsteiger entgegen, alle aneinandergeseilt und alle mit Steigeisen an den Füßen. Für eine Gletschertour in Südamerika wollen sie trainieren.

Am Fuß des Schuttberges erstreckt sich die Havel, die tief eingefroren ist. Auf dem Eis tummeln sich Schlittschuhläufer, alle dick in Mäntel und Schals gepackt. Die Sonne setzt gerade an, sich glitzernd über die Eisfläche zu erstrecken, um golden hinter den Hügeln auf der anderen Seite des Flusses unterzugehen. Da fängt das Eis metallisch an zu knacken, beginnt weiter draußen und nähert sich dann auch den Ufern. Die Töne setzen Tief an und schnellen immer höher, wie eine Gitarrenseite, die mit dem Finger über die fahrend schnell verkürzt wird. Als ich auf dem Eis liege, mir die geheimnisvollen Klänge anzuhören, legt sich ein Mann mittleren Alters neben mich, hört ebenfalls zu. Er erklärt, dass sich das Eis zusammenzieht und feine Risse erhält, weil die Luft gegen Abend abkühlt. Akkustiker sei er von Beruf und er wirft mit Begriffen wie Oberschwingungen, Resonanzen und Transversalwellen um sich.

Der Weg zurück in die Stadt gestaltet sich länger und kälter, als ich mir das vorgestellt hatte. Noch ein bißchen durch den dunkler werdenden Wald, schließlich durch Vorstadtgebiete. Schon kurze Zeit später werden die kleinen Einfamilienhäuser zu Villen, mit mehreren, sehr hohen Stockwerken, großen Grundstücken um sie herum und alten Bäumen im Garten. Kilometerlang geht es durch die kalten, windigen und dunklen Straßen, bis ich wieder in vertrauten Gegenden ankomme.



Ich bin noch nicht wieder ganz warm geworden nach der Fahrt durch die Kälte, da vereinbare ich ein Treffen in Friedrichshein. An einer S-Bahnbrücke, die von Grafitti besprüht ist und unter der der Wind Müll angesammelt hat ist der Treffpunkt. Von hier gehen wir an bei einem kleinen Dönerstand vorbei, in dem es intensiv nach altem Frittierfett riecht. Die ganze Straße scheint danach zu riechen und das bißchen Appetit, das ich hatte, vergeht mir, als ich das ausgetrocknete Fleisch am fast leergeschnittenen Spieß sehe.

Nach dem wir umständlich und langwierig noch ein paar Bekannte abgeholt haben, geht es zu einem Konzert. Nur wenige besetzte Häuser gibt es zwischen Friedrichshain und Kreuzberg noch. Eines davon steht unmittelbar dort, wo die Mauer die Welt in zwei Teile zerschnitt. Eine Aufschrift an dem Haus "Die Mauer verläuft nicht zwischen den Menschen, sondern in ihren Köpfen" zeugt noch von der Betonwand. Die Fassaden völlig abgebröckelt, der Vorgarten von der ehemaligen Villa nur von zwei kahlen, zerzausten Bäumen bewachsen, hinter denen sich unheimlich das dunkle Gebäude gegen den noch dunleren Himmel abhebt, wirkt die Szenerie beinahe verängstigend. Nur die Gruppen von Menschen, alle völlig in Schwarz gekleidet, mit Nietenspikes auf den Gürteln, Jacken, Hosen und manchmal auch im Gesicht, intensiv geschminkt und mit extrovertierten Frisuren bringen lachend, gröhlend und biertrinkend Leben in das Bild.



Hinter einer schwer zu öffnenden Tür befinden sich im Inneren von viel mehr solcher Menschen, vier davon auf einer Bühne in einem großen Saal. Der Saal hat noch schmutzigen Stuck an der Decke, von der sich mehrere Schichten von Farbe gleichzeitig abblättern. Die Stelle, an der einmal der Kronleuchter gehangen haben könnte, ist als Markierung in der Decke zu erkennen, Licht wird jetzt von bunten, durcheinander blinkenden Scheinwerfern gespendet. Die Frontfrau der Gruppe, eine zierlich gebaute, schmale Frau, ist völlig in Extase von ihrem Tanz zu den dumpfen und vor allem lauten Schlägen von Schlagzeug und Bass, dazu schreit sie sich fast die Lunge aus dem Hals. Die vielen schwarzen Menschen vor der Bühne springen mehr oder weniger im Takt mit umher, rammen sich manchmal gegenseitig spiekebewährt an.

Als uns die Musik zu laut und aggressiv wird, machen wir uns auf den Weg "zum Loch", einer Kneipe, die in einem alten Keller eingerichtet ist. Um in sie hinein zu gelangen muss man durch eine Öffnung in einer Wand kriechen, die etwa so groß ist, wie der Eingang zu einem Kanal. Von dem abwechslungsreichen Tag erschöpft, lasse ich die anderen durch das Loch in "das Loch" kriechen, und will mich gerade auf den Weg nach Hause machen. Da bemerke ich einen von den schwarzbekleideten Menschen, der an eine Wand gelehnt dasteht, offensichtlich stark betrunken. Mal murmelt er vor sich hin, mal schreit er fast: "Diese Scheißgesellschaft, ich hasse diese Scheißgesellschaft!"
27.2.06 05:52





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