Ferdinand in Finnland
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Feiertage

Am 4. Juli 1776 proklamierten dreizehn britische Kolonien in Nordamerika ihre Unabhängigkeit und gründeten wenig später die Vereinigten Staaten von Amerika. Sie pochten damit auf ihr Recht einen souveränen Staat zu schaffen. Damit lösten sich die ersten Kolonien aus dem britischen Empire und errichteten eine eigene Demokratie. Spätestens etwas über 100 Jahre später kolonialisierten die USA dann selbst Länder: Kuba, Puerto Rico und die Philippinen wurden von den Vereinigten Staaten besetzt. Der 4. Juli wird jedes Jahr gefeiert, um die erfolgreiche Erklärung der Unabhängigkeit zu erinnern. Als Hymne wird "The Star-Spangled Banner" gesungen, ein Lied, das die Farben der US-amerikanischen Fahne beschreibt.

Am 14. Juli 1789 stürmten Pariser Bürger die Bastille, ein Negativsymbol der absolutistischen Herrschaft in Frankreich. Hier wollten sie sich Waffen und Pulver besorgen, um die Monarchie stürzen zu können. Damit begann die Mutter aller Revolutionen, ein einschneidendes historisches Ereignis, das weltweit die Ideen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verbreitete. Jedes Jahr am 14. Juli rollt die Tour de France durch Frankreich und jedes Jahr wird mit einem Feiertag an das historische Ereignis gedacht. Dabei wird die Marseillaise gesungen und gespielt, sich gegen die Herrschaft der Tyrannen wendet.

Am 21. April 1926 wurde in London ein Mädchen geboren, das den Namen Elizabeth Alexandra Mary Windsor bekam. Als sie später, am Todestag ihres Vaters, dem 6. Februar 1952, zur Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland proklamiert wurde, fingen die Menschen an, ihren Geburtstag zu feiern und einen Feiertag daraus zu machen. Das dazugehörige Lied bittet Gott inständig darum, die gnädige Königin zu schützen und ihre Feinde zu zerstreuen.

Es gibt viele weitere Staaten auf der Welt, die fast alle auch ihre Feiertage haben, Tage, an denen sie sich selbst feiern und von anderen Feiern lassen - wie etwa Panama am Brandenburger Tor im Schneerieseln. Für fast alle ist das entweder der Tag der Unabhängigkeit - wie für die USA - oder der Tag der Staatsgründung, so ähnlich wie in Frankreich, auch wenn auf die Revolution inzwischen bereits die fünft Republik folgt. Und einige andere feiern die Geburtstage von wichtigen Menschen, wie Königinnen und Königen, wie Großbritannien.

Doch es gibt Ausnahmen und eine der seltsamsten ist wohl Deutschland. Während bis 1990 der 17. Juni, der Gedenktag an einen Arbeiteraufstand, also etwas ähnliches wie eine Revolution gefeiert wurde, hat inzwischen der Biedermeier die BundesrepublikanerInnen wieder: Gefeiert wird am 3. Oktober der Beitritt von fünf Bundesländern zum Grundgesetz. Keine Gründungsgeschichte steht hinter diesem Tag, keine Unabhängigkeit, sondern das Wirksamwerden eines Vertrags. Das spiegelt auch das zugehörige Lied wider, dessen drittes Wort schon das "Recht" ist. Würde da nicht eigentlich besser passen, was den Bruch mit der faschistischen Vergangenheit besser beschreiben würde? Trifft nicht "[a]uferstanden aus Ruinen" deutlich besser den Lauf der Geschichte? Und wäre es nicht auch netter, wenn alle Strophen gesungen werden könnten, ohne einen Verdacht des Nazismus hervorzurufen? Ein Schnitt mit dem belasteten Nationalismus könnte so einfach sein.

Na, ganz alleine stehen diejenigen, die den 3. Oktober feiern wollen - hier würde ich mich explizit ausnehmen - jedenfalls nicht da: Am 26. Oktober 1955 erklärten einige Staatsmänner und vielleicht auch -frauen in Österreich ihre "immerwährende Neutralität". Seit 1965 wird dieser Tag auch als "Nationalfeiertag" begangen, als auch für Österreich genügt ein Rechtsakt für die Entwicklung nationaler Gefühle.
3.10.07 13:48
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ecki (7.10.07 19:31)
Um die Diskussionsgrundlage zu verbreitern, soll an dieser Stelle der Text der vorgeschlagenen Hymne stehen:

Auferstanden aus Ruinen
und der Zukunft zugewandt,
lass uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen,
und wir zwingen sie vereint,
denn es muss uns doch gelingen,
dass die Sonne, schön wie nie,
über Deutschland scheint.

Glück und Friede sei beschieden
Deutschland, unserm Vaterland!
Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen,
schlagen wir des Volkes Feind.
Lasst das Licht des Friedens scheinen,
dass nie eine Mutter mehr
ihren Sohn beweint!

Lasst uns pflügen, lasst uns bauen,
lernt und schafft wie nie zuvor!
Und der eignen Kraft vertrauend,
steigt ein frei Geschlecht empor.
Deutsche Jugend, bestes Streben
unsres Volks in dir vereint,
wirst du Deutschlands neues Leben.
Und die Sonne, schön wie nie,
über Deutschland scheint.

Auch bei intensiverem objektiven Studium sind die Strophen des Sozialismus, Stalinismus oder Despotentums unverdächtig. Nichts SED-haftes.
Persönlich habe ich allerdings mit jeder Hymne meine Schwierigkeiten, weil jeweils stets viel Lob auf die eigene Nation mitschwingt.

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