Ferdinand in Finnland
  Startseite
  Über...
  Archiv
  På Svenska
  Suomeksi
  Photos
  Gästebuch
  Kontakt

   Luftgitarren

http://myblog.de/ferkku

Gratis bloggen bei
myblog.de





Anden

Die Anden müssen ein wunderschönes Gebirge sein. Und die Bilder, die ich von dort gesehen habe, bestätigen das. Mit knapp 7000 Metern erreichen die Berge eine Höhe, in der das Atmen schwer fallen muss, der Himmel im Zenit dunkler wird und Schnee und Eis trotz der tropischen Hitze in den Tälern das ganze Jahr die ansonsten kahlen Felsen bedecken. Dabei ist die Gegend so unwirtlich und war lange weit entfernt von den Pfaden der weltweiten Touristenströme, dass sich erst in letzten Jahren Bergsteiger in nennenswerten Zahlen hierher gewagt haben.

Wege sind hier nicht markiert, Schutzhütten gibt es kaum. Will man hoch hinaus, ist man auf die Leistungen von Bergführern und Eseln angewiesen, auf die einen, um den Weg zu weisen, auf die anderen, um das Gepäck für die Basislager zu transportieren. Und Material wird vieles benötigt: von Kleidung und Bergausrüstung über Brennholz, Lebensmittel und Futter für die Esel muss alles mit in die Berge genommen werden.

Eine Tour beginnt mit dem Allradfahrzeug. Aus der exotisch anmutenden Indiostadt hinaus geht es bergan, noch durch ein paar abgelegene Dörfer, dann erklimmt der Jeep die steilen Serpentinen so weit, wie der Motor in der dünner werdenden Luft keuchen kann oder wie das Gelände auch nur halbwegs ausgebaute Wege zulässt. Hier liegen die Basislager, spätestens hier sollte man sich Bergführer und Esel buchen, wenn man höher hinaus will.



Selbst gemacht vom Bergsteiger: Andengipfel.

Und er wollte höher hinaus. Eigentlich immer wollte er so hoch hinaus, wie es ging, immer die Grenzen antesten, manchmal auch überschreiten. Wer sonst besteigt allein im November bei Sturm einen durchaus anspruchsvollen 4000er? Wer ist von 86 Stunden, die er in Berlin ist, 78 Stunden unterwegs und auf den Beinen? Wer sonst schläft höchstens jede zweite Nacht für ein paar wenige Stunden?

Und er ist hoch hinaus, bis auf den Gipfel eines 6000 Meter hohen Berges. Nicht alleine, sondern mit Bergführer. Die Esel sind schon weiter unten am Berg geblieben. Doch es ging ihm zu langsam, er wollte schneller. So stand er auf dem Gipfel, so wollte er mit dem Snowboard abfahren. Doch dort ist er auch geblieben.

Gletscherspalten sind gefährlich, das wusste er auch. Doch er hat sie nicht gesehen, nicht sehen können. Eigentlich ist dies der fast logische Abschluss eines erfüllten Lebens. Aber jeder Abschluss eines Lebens hinterläßt Schmerz, besonders dann, wenn er allzu früh geschieht. Ja, es tut weh, noch immer jeden Tag, auch wenn man meinen könnte, sechs Wochen sind viel Zeit, um sich an etwas zu gewöhnen.

Ich mag die Anden gerade nicht mehr besonders gut leiden.

Sicherlich werden es nach und nach weniger Ergebnisse werden, die hier zu finden sind:
- Altavista: Joppelandia
- Blogspot: endet am 4.8.2006
- Joppes Bilderbuch
- Altavista: Joppelandias Plazes
7.9.06 11:40
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ecki (25.9.06 16:53)
Ich spüre Deine Hochachtung vor Joppe und Deinen Schmerz über seinen plötzlichen Tod. Ein Nachruf mit Tiefgang. Danke!


(29.9.06 23:12)
es ist wunderbar zu lesen, was ich selber nicht in Worte fassen kann - Danke

ich traure mit dir - riesig ist der Verlust, tief der Schmerz

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung